Katzen
- Apotheke
Für Notfälle
gerüstet zu sein, ist immer gut – auch in einem „Katzenhaushalt“.
Jederzeit kann
eine Situation entstehen, wo schnelle – und vor allem richtige –
Hilfe vonnöten ist. Gut zu wissen, dass ein Griff genügt:
in die häusliche Katzen-Apotheke.
Das geflügelte
Wort von den neun Leben der Katze gehört ins Reich der Fabel.
Katzen haben zwar ein phantastisches Heilvermögen, vor allem
bei Knochenbrüchen, aber vor Krankheiten und/oder Unfällen
bleiben sie nicht verschont. Eine große Gefahrenquelle für
Katzen, die Freigang genießen, ist der Straßenverkehr.
Auch ein normaler Haushalt birgt für Katzen Tücken und
Gefahren, besonders für super neugierige, spielfreudige, quirlige
Katzenkinder; die oft in irgendwelche Klemmen geraten. Oder mit
Feuereifer auf Wespen- bzw. Bienenjagd gehen – ein Stich im inneren
Mundbereich kann zum Erstickungsstod führen: auf der Stelle
zum Tierarzt!
Empfehlenswert: eine
spezielle „Katzen-Apotheke“
Medikamente aus der
Humanmedizin sind für Katzen ungeeignet, mitunter sogar gefährlich.
Es gibt zwar Präparate mit gleichen oder ähnlichen Substanzen,
dann aber in anderer Dosierung bzw. Potenz. Auf keinen Fall sollte
ein Katzenhalter – um Tierarztkosten zu sparen – eine „Eigendiagnose“
stellen und seiner Katze Medizin aus dem persönlichen Gebrauch
verabreichen. Er kann die Gesundheit des Tieres dadurch schwer schädigen.
Für Katzen bestimmte Medikamente müssen getrennt von denen
der Menschen aufbewahrt werden; beide Sortimente unzugänglich
für Kinder und Katzen.
Generell gilt: Erkrankungen, Verletzungen oder Vergiftungen der
Katze müssen vom Tierarzt behandelt werden. Doch zwecks erster
Hilfe, vor allem bei Unfallverletzungen, kann ein Katzenhalter hilfreiche
Utensilien griffbereit haben.
Leben im Haushalt mehrere Katzen, hat man gar revierbeherrschende
Kampfkater oder Kätzinnen, die Mutterfreuden entgegen sehen,
lohnt sich ein eigener kleiner Katzen-Medikamentenschrank.
Drauf und drin
Auf die Tür des
als „Katzen-Apotheke“ gekennzeichneten Schränkchens heftet
man eine Liste mit den wichtigsten Telefonummern: die des Tierarztes,
auch für den Notfall bzw. die seiner Vertretung, die der Giftnotrufzentrale,
die Taxi- bzw. Tiertaxi-Rufnummer und die des Tierrettungsdienstes
der Feuerwehr.
Der Inhalt der Katzen-Apotheke richtet sich nach der/den im Haushalt
lebenden Katzen: Babys, werdende Katzenmütter, bei Freigängern:
Kampfkater mit ewigen Blessuren; sowie eventuell nahen Gefahrenstellen:
verkehrsreiche Straßen, Betriebe (Gärtnereien – Schneckenkorn),
Autowerkstätten (Altöl, Frostschutzmittel), Baustellen,
bejagte Gebiete. Á
Ist eine Katze mit bekanntem Leiden (z.B. Diabetes) in der Familie,
sollte man hierfür alles Notwendige in ausreichender Menge
(auch Traubenzucker: bei Komagefahr infolge Unterzuckerung) vorrätig
haben.
Für die Unfall-Erstversorgung sollten feste sterile Mullbinden
verwendet werden, aber keine elastischen! Notfalls kann man zu sauberen
Küchentüchern (Kochwäsche) greifen. Muss ein Blutgefäß
abgebunden werden, aus dem ein starker Strahl spritzt, kann man
das zur Not ebenfalls mit einer festen Mullbinde als Druckpunkt
und einer zweiten darüber gewickelt tun. Hat sich ein Fremdkörper
in die Katze gebohrt (z. B. Holzpflock), ihn auf keinen Fall herausziehen!
Starkes Bluten aus dieser Stelle kann man versuchen, mit sterilem
Material zurück zu dämmen. In allen Fällen muss die
Katze schleunigst zum Tierarzt!
Da sich Katzen in der Regel gegen das Behandelt werden wehren, müssen
Scheren abgerundete Ecken haben. Eine Pinzette sollte bereit liegen,
um einen Dorn, kleine Glassplitter oder Insekten-Stachel zu entfernen.
Das Fieberthermometer (die Katze immer rektal messen, normal sind
38 bis 39 Grad), sollte digital bzw. ein Baby-Fieberthermometer
sein; das einzuführende Endstück sollte mit etwas Vaseline
oder Heilpaste gleitfähig gemacht werden.
Falls der Katze Augentropfen eingeträufelt werden müssen,
darf der Augentropfen-Flaschenhals nicht direkt mit den Augen der
Katze in Berührung kommen.
Lässt sich die Katze keine Tablette verabreichen, sollte man
den Tierarzt um ein Präparat in flüssiger Form oder um
eine Tablettenart bitten, die sich in etwas Wasser auflösen
lässt. Mit einer Einwegspritze (ohne Metallnadel) lässt
sich die Flüssigkeit aufziehen; der Katze wird sie von der
Seite her – hinter die Reißzähne – eingegeben, langsam
und so vorsichtig, dass sie sich daran nicht verschluckt.
Notfälle
Bei Verdacht auf Vergiftung
keinesfalls Zeit verlieren oder der Katze etwas einflößen.
Es gibt wasserlösliche und fettlösliche Gifte! Klebt vermutetes
Gift auf dem Fell, entfernen, notfalls Fellhaare abschneiden (zum
Tierarzt mitnehmen) – auf jeden Fall verhindern, dass die Katze
daran schleckt. Sofort den Tierarzt anrufen; eventuell versuchen
zu erkennen, was die Katze aufgenommen hat, dem Tierarzt vorab mitteilen.
Hat die Katze erbrochen, auch das zutage Gekommene zum Tierarzt
mitnehmen, damit er schnell Art und Menge des Giftes feststellen
kann.
Und auch für den menschlichen Samariter sollte Verbandszeug
griffbereit sein – in Panik geratene, schmerzgepeinigte Samtpfoten
können die menschliche Wohltat mit Krallenhieben und Bissen
beantworten!