Etiketten
richtig lesen
Leider ist nicht jeder Hersteller von Katzenfutter bereit,
über die Zutaten ausreichend Auskunft zu geben. Standardware
aus dem Supermarkt enthält oft die dürftigsten Angaben.
Zuerst
einmal blenden Sie die Werbesprüche auf der Verpackung
aus, die Ihnen "viel Fleisch" oder "knackiges
Gemüse" versprechen. Solche Aussagen bedeuten gar
nichts. Entscheidend ist die Zutatenliste mit den in der Futtermittelverordnung
definierten Begriffen.
Grundsätzlich
wird zwischen Alleinfutter und Ergänzungsfutter unterschieden.
Das erste soll den gesamten Nahrungsbedarf des Tieres decken,
das zweite darf unausgewogene Bestandteile enthalten und sollte
nicht als reguläre Nahrung gegeben werden.
Die
Verordnung spricht von "Mischfuttermitteln", weil
Katzenfutter aus einer Reihe verschiedenster Zutaten bestehen
kann. Diese müssen entweder prozentual oder "in
der absteigenden Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile" aufgeführt
werden. Außerdem muss die Verpackung Angaben zu den
Anteilen von Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche verzeichnen
(ausgewiesen als "Inhaltsstoffe"). Wie groß
die tierischen und pflanzlichen Anteile ausfallen, muss dabei
nicht ausgewiesen werden.
Die
Reihenfolge der Zutaten verrät im Zweifelsfall nur recht
wenig. Begnügt sich der Hersteller mit der Angabe "Fleisch
und tierische Nebenerzeugnisse" an erster Stelle, so
handelt es sich - wenn nicht anders angegeben - um Fleisch
inklusive seines Wassergehaltes. Das Wasser kann um die 80
Prozent ausmachen. Der Trockenanteil des Fleisches kann also
weit unter dem Anteil des zweiten und dritten in der Reihenfolge
genannten Bestandteils der Nahrung liegen. Trägt die
Verpackung den Hinweis "mit Rind", "mit Lamm"
etc., so muss der Anteil der hervorgehobenen Sorte lediglich
4% am gesamten Fleischanteil ausmachen.
In
vielen Dosen steckt mehr pflanzliche Kost, als die Fleischstücke
auf der Verpackung suggerieren.
Die
denkbar knappen Angaben auf der Verpackung erlauben es den
Herstellern, die Rohstoffe für ihre Produkte ja nach
Marktlage einzukaufen und in ständig wechselnden Gewichtsanteilen
zu mischen. Die notwendigen Vitamine und Zusatzstoffe werden
der Masse beigesetzt und dann zu "Fleischstückchen"
geformt.
Hersteller
so genannter "Premium"-Futtersorten setzen dagegen
auf feste Rezepte mit genau abgestimmten Zutaten. Sie können
deshalb auf der Verpackung wesentlich ausführlichere
Angaben zur Zusammensetzung machen. Das muss nicht zwingend
bedeuten, dass "Premium"-Marken in jedem Fall besser
sind. Dem Verbraucher wird aber ermöglicht, Produkte
besser miteinander zu vergleichen.
Häufige Begriffe der Zutatenliste und ihre Bedeutung:
("..." = Wortlaut der Futtermittelverordnung)
Fleisch
und tierische Nebenerzeugnisse
"Alle Fleischteile geschlachteter warmblütiger Landtiere,
frisch oder durch ein geeignetes Verfahren haltbar gemacht,
sowie alle Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse ausd er Verarbeitung
von Tierkörpern oder Teilen von Tierkörpern warmblütiger
Landtiere."
Die deutschen Hersteller von Heimtierfuttermitteln haben sich
freiwillig verpflichtet, keine Tiere aus der Tierkörperbeseitigung
zu verarbeiten. Um eine Übertragung von BSE zu verhindern,
müssen außerdem Gehirn und Rückenmark von
Rindern, Schafen und Ziegen bei der Schlachtung entfernt und
verbrannt werden. Bei britischen Katzen hatte man einige Fälle
von BSE-Übertragungen nachgewiesen. Die betroffenen Tiere
waren mit Schlachtabfällen gefüttert worden.
Fisch
und Fischnebenerzeugnisse
"Fische oder Fischteile, frisch oder durch ein geeignetes
Verfahren haltbar gemacht, sowie die Nebenerzeugnisse aus
der Verarbeitung"
Geflügelmehl
"Erzeugnis, das durch Erhitzen, Trocknen und Mahlen von
Nebenprodukten der geflügelschlachtung gewonnen wird.
Es muss so weit wie technisch möglich von Federn frei
sein."
Getreide
"Alle Arten von Getreide, ganzgleich in welcher Aufmachung,
sowie die Erzeugnise aus der Verarbeitung des Mehlkörpers."
Hersteller hochwertiger Futtersorten setzen auf besser verdaulichen
Reis anstatt beliebiges Getreide; Reis wird dann extra ausgewiesen.
Gemüse
"Alle Arten von Gemüse und Hülsenfrüchten,
frisch oder durch ein geeignetes Verfahren haltbar gemacht."
Hier wünscht man sich als Verbraucher detaillierte Informationen,
weil Katzen nicht alle Gemüsesorten und Hülsenfrüchte
unbedingt gut vertragen...
Hefen
"Alle Hefen, deren Zellen abgetötet und getrocknet
worden sind." Unter diesen Begriff können z.B. Hefe-Abfälle
aus Brauereien fallen.
Maiskleber
"Getrocknetes Nebenerzeugnis der Maisstärkegewinnung",
fällt beim Abtrennen der Stärke an, wird gesammelt
unter "Rohprotein" verbucht.
Mineralstoffe
"Alle anorganischen Stoffe, die für die Tierernährung
geeignet sind"
Pflanzliche
Eiweißextrakte
"Alle Erzeugnisse pflanzlichen Ursprungs, deren Proteine
durch ein geeignetes Verfahren auf mindestens 50% Rohprotein,
bezogen auf die Trockenmasse, angereichert sind und umstrukturiert
(texturiert) sein können." Soja-Abfälle fallen
in diese Rubrik.
Pflanzliche
Nebenerzeugnisse
"Nebenerzeugnisse aus der Aufbereitung pflanzlicher Erzeugnisse,
insbesondere Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte,
Ölfrüchte." In diese Rubrik fallen etwa Hülsen
und Schalen, sie sind bestenfalls als Ballaststoffe anzusehen.
Tiermehl
"Erzeugnis, das durch Erhitzen, Trocknen und Mahlen von
Körpern und Körperteilen warmblütiger Landtiere
gewonnen wird und dessen Fett teilweise extrahiert oder physikalisch
entzogen sein kann. Es muss so weit wie technisch möglich
von Horn, Borsten, Haaren und Federn sowie Magen- und Darminhalt
frei sein"
(Zucker-)
Rübenschnitzel
"Nebenerzeugnis, das beider Zuckergewinnung aus Zuckerrüben
... anfällt und aus extrahierten getrockneten Schnitzeln
besteht", kann in den Inhaltstsoffen als "Asche"
oder Gesamtzucker ausgewiesen sein.
Zucker
"Alle Zuckerarten"
Gesondert
auszuweisen sind Zusatzstoffe, welche wir in einer
seperaten Seiten aufgeführt haben.
Quelle: Internet - Katzenfutter FAQ
