Können Katzen Menschen formen?

 

Auf die Frage, warum sie denn ausgerechnet Katzen so sehr liebe, antwortete eine äußerst aktive Katzenschutz-Mitarbeiterin: „Ich glaube, ich war im früheren Leben eine Katze ...“

Katzenhass und Katzenliebe, beides findet sich bei Menschen im Extrem. Oft wurden die Weichen bereits im Kindesalter gestellt, sei es durch negative oder positive Erfahrungen – oder durch elterliches Vorbild und Verhaltensweisen.

Liebevolle Anleitung durch Eltern unerlässlich

Der Grundstein zur Angst vor Katzen bis hin zur Ailurophobie (krankhafte Angst vor Katzen) können Eltern bereits im Babyalter ihres Kindes legen! Und zwar dann, wenn sie – beeinflusst von purem Aberglauben – meinen, die Katze würde sich auf das Baby legen, es dabei ersticken. Oder etwas hängen bleibt von dem Ammenmärchen „das Kind kriegt ja Katzenhaare auf die Lunge ...“, deshalb ein Elternteil den Stubentiger, sobald er sich auch nur dem Kinderbett nähert, panikartig schreiend und superhektisch fuchtelnd verjagt.
Wenn eine Katze angeschafft wird, weil die Kinder sich inständig eine wünschen, tragen die Eltern eine große Verantwortung, Kindern und Katze gegenüber. Die Kinder sollten alt genug sein, das Wesen einer Katze zu verstehen und zu respektieren. Was voraussetzt, dass Eltern selbst über dieses Wissen verfügen müssen, um es dann behutsam und liebevoll an ihre Kinder weiterzugeben. Die Körpersprache der hoch sensiblen und intelligenten Katze muss den Eltern bekannt sein und den Kindern richtig erklärt werden. Sonst lernen Kinder die körpersprachlich übermittelten Warnungen der Katze wie „lass das, ich mag das nicht“ oder „du tust mir weh“ nicht zu deuten, und die Katze, die keinen anderen Ausweg mehr sieht, setzt sich zur Wehr.
Das Kind, das von all dem nichts weiß, erschrickt fürchterlich, vielleicht hat seine Hand einen ordentlichen Kratzer davon getragen. Folge von Schmerz und Schreck: lebenslange Angst vor Katzen, vielleicht sogar Hass. Hass kann auch durch das Gefühl entstehen, persönlich zurück gewiesen zu werden.

Hass

Noch im Erwachsenenalter kann sich Hass auf Katzen ausbilden, vor allem bei kontaktarmen Menschen, die an Minderwertigkeitskomplexen oder schwer angeschlagenem Selbstbewusstsein leiden. Ist die Katze, zu der Kontakt gesucht wird, von Haus aus scheu, hat schlechte Erfahrungen mit Menschen, erfüllt sie die an sie gerichteten Erwartungen nicht, und es kommt beim Menschen erneut zum Gefühl des persönlichen Abgelehnt werdens.
Liest man bei Desmond Morris nach, dem berühmten Katzenverhaltensforscher, stößt man auf eine zusätzliche Vermutung für entstandenen Katzenhass: „einen anormal unterdrückten Sexualtrieb“, da die Katze „oft mit sexuellen Dingen in Verbindung gebracht wird.“

Liebe

In Werken katzenfreundlicher Schriftsteller wird oft erzählt, wie die Liebe zur Katze erst im „reifen“ Menschenalter durchbrach. Sie mag sicher vorhanden gewesen sein, aber erst bestimmte Ereignisse brachten sie zutage. Vielleicht ein zugelaufenes Kätzchen, oder man/frau half einem verunfallten ... auf alle Fälle war fürderhin nichts mehr so wie vorher. Die Liebe zur Katze war bewusst geworden. Oder die Liebe zu Katzen ist einfach da, quasi angeboren, wie bei eingangs erwähnter Katzenfreundin. Oder ein vereinsamtes Kind, dessen Eltern nur wenig Zeit hatten, fand in der Katze die ideale Freundin und Gefährtin, die es dann auch ein ganzes Leben lang bleibt.

Liebe im Extrem

entsteht durch fehl geleitete Beschützer- und Mutterinstinkte; Mit-Auslöser ist sicherlich das „Kindchen“-Schema einer Katze, das sie ja zeitlebens beibehält.

Wie Katzen den Menschen formen können

Jedem Menschen, der mit einer Katze zusammengelebt hat oder -lebt, drückt sie ihren „Stempel“ auf. Und der ist – im „Normalfall“ – positiv.
Eine Katze ist nicht dazu geschaffen, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Wie es schon mal bei einem Hundehalter der Fall sein kann, der sein Tier als Waffe oder Instrument zur persönlichen Machtausübung missbraucht.
Eine Katze lehrt sanft, aber nachdrücklich Toleranz. Eine Katze hasst Streit und Spannungen, sie lehrt Harmonie und Frieden. Und Mensch lernt, Gefühle zu leben und auszudrücken, lernt Zärtlichkeit zu geben und zu empfangen. Das Leben mit einer Katze lehrt Rücksichtnahme und Respekt anderen Lebewesen gegenüber, deren Eigenarten und Besonderheiten. Rücksichtsloser Egoismus und krankhafte Ichsucht beim Menschen lassen eine Beziehung zu einer Katze niemals auch nur ansatzweise entstehen.
Eine weitere Folge: der „Katzenmensch“ gewinnt ein offenes Auge und Ohr für die Not anderer – das nicht nur bei Tieren.
Eine Beziehung zur Katze bedeutet für den Menschen eine eigene heile Welt, in der es keine Treuebrüche gibt, keine bewusste Kränkung oder gewolltes Schmerzzufügen. Die Katze liebt und akzeptiert ihren Menschen mit all seinen Schwächen, egal wie er ist.
Und eine Katze lehrt, dass Liebe auch Loslassen bedeuten kann.