Zusatzstoffe und ihre Bedeutung

 

Haben Sie schon den Satz "Mit Antioxidantien und Konservierungsstoffen" oder "EG-Zusatzstoffe“ auf der Verpackung des Tierfutters gesehen? Wenn ja, haben Sie sich gefragt, was sich hinter der Bezeichnung „EG-Zusatzstoffe“ verbirgt?

Vitamin E (= Tocopherole) gilt als das am weitesten verbreitete natürliche Antioxidans. In der Natur existieren verschiedene Formen, die sich in der Stärke ihrer antioxidativen Wirkung unterscheiden. Alpha-Tocopherol hat die stärkste Wirkung im Körper, ist aber im Futter nicht ganz so wirkungsvoll. Gamma- und Delta-Tocopherol haben eine niedrigere biologische Aktivität im Körper, sind aber effektivere Futterantioxidantien als Alpha-Tocopherol.

Daher werden Mischungen der verschiedenen Tocopherole eingesetzt, die sowohl Alpha- als auch Gamma- und Delta-Tocopherole enthalten. Diese Mischungen stellen die effektivsten natürlichen Antioxidantien dar, die auch die größte Wirkung zur Stabilisierung von Fetten in Heimtierfuttermitteln zeigen.

Tocopherole, was ist das und was bewirken sie?

Tocopherole sind eine Gruppe von chemisch verwandten Substanzen, die allgemein zusammenfassend als Vitamin E bezeichnet werden.

Die Hauptfunktion von Vitamin E im Körper und im Futter ist die eines starken Antioxidans. Ungesättigte Fettsäuren, die im Futter und in den Zellmembranen vorhanden sind, können leicht durch Oxidation mit Sauerstoff geschädigt werden. Durch Oxidation von Fetten im Futter werden diese ranzig und der Nährwert der ungesättigten Fettsäuren geht verloren. Ranzige Fette haben nicht nur einen schlechten Geschmack (Beeinträchtigung der Futterakzeptanz und -aufnahme), sondern sind auch toxisch und krebserregend. Fettlösliche Vitamine werden durch ranziges Fett zerstört.

Als Zusatzstoffe sind auf der Verpackung die künstlich beigefügten Vitamine, sowie Farbstoffe und Konservierungsstoffe anzugeben. Konservierungsstoffe werden oftmals auch mit dem schönen Begriff "Antioxidantien" umschrieben.

Welche Substanzen als Zusatzstoffe zugelassen sind, ist europaweit in EG-Zulassungsverordnungen geregelt. Die Stoffe werden deshalb auch häufig nur als "EG-Zusatzstoffe" betitelt.

Das Angebot an Farb-und Konservierungsstoffen ist reichhaltig. Leider verschweigen viele Hersteller, welchen Chemie-Cocktail sie anmischen. Das ist formal korrekt, denn bei Packungen bis zu 10 Kilogramm Inhalt dürfen sämtliche Zusätze mit der einen Bezeichnung "EG-Zusatzstoffe" zusammengefasst werden. Je verbraucherfreundlicher ein Hersteller ist, um so mehr wird er diesen Begriff aufschlüsseln.

Was sind nun Antioxidantien und was sind Konservierungsstoffe? Was bewirken diese beiden Wirkstoffgruppen in der Nahrung?

1. Antioxidantien:

Antioxidantien sind Wirkstoffe, die einer Nahrung zugesetzt werden müssen, um das Ranzigwerden von Fetten zu verhindern. Ranzige Fette verderben nicht nur den Geschmack der Nahrung, so daß das Tier sie nicht mehr aufnehmen wird, sondern sie sind auch toxisch und können die Gesundheit des Tieres beeinträchtigen. Auch fettlösliche Vitamine werden durch ranzige Fette zerstört.

Man unterscheidet zwischen synthetischen und natürlichen Antioxidantien. Zu den synthetischen Antioxidantien gehören BHA, BHT und Ethoxyquin. Zu den natürlichen Antioxidantien gehören in erster Linie die Tocopherole (Vit.E) sowie einige ätherische Öle.

Als Antioxidantien sind zugelassen:
E 300, E 303, E 304 (alle drei sind Ascorbinsäuren), E 320, E 321, E 302, E 312, E 301, E 311, E 310, E 306 (bezeichnet ein stark tocopherolhaltiges Extrakt natürlichen Ursprungs), E 307, E 308, E 309 (alle drei sind synthetische Tocopherole)
Ascorbinsäure ist der chemische Name von Vitamin C, Tocopherol steht für Vitamin E. Diese Vitamine werden auf der Verpackung oftmals offen ausgewiesen.

Künstliche Antioxidationsmittel können in hoher Dosis die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Eisen im Körper behindern. Hohe Phosphataufnahmen können zu Knochenschwund und Kalkablagerungen führen.

Natürliche Antioxidantien. Außer Tocopherole (Vitamin E Komplex) werden auch Vitamin C sowie verschiedene Kräuter und Öle wie Salbei und Rosmarin verwendet. Hochwertige Futtersorten lassen sich damit sehr gut konservieren und die Hersteller, die ihre Futtersorten auf diese Weise konservieren, schreiben das auch auf ihre Packungen!

Als Aromastoffe und appetitanregende Stoffe sind zugelassen:
"Alle natürlich vorkommenden Stoffe und die ihnen entsprechenden synthetischen Stoffe"

Als Bindemittel, Fließhilfsstoffe und Gerinnungshilfsstoffe sind zugelassen:
E 330 (Zitronensäure), E 470, E 516, E 551a (Kieselsäure), E 551b, E 551c, E 552, E 554, E 558, E 559, E 560, E 561, E 562, E 563, E 565, E 566, E 599

Als Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungs- und Geliermittel sind zugelassen:
E 406, E 400, E 403, E 404, E 482, E 466, E 407, E 499, E 460a, E 486, E 462, E 422, E 484, E 412, E 414, E 464, E 418, E 463, E 410, E 402, E 322E 421, E 465, E 461, E 460, E 472, E 477, E 471, E 401, E 470, E 481, E 440, E 450b, E 496, E 475, E 497, E 432, E 433, E 434, E 435, E 436, E 405, E 420, E 493, E 494, E 495, E 491, E 492, E 480, E 483, E 411, E 413, E 415, E 473, E 474

Als Farbstoffe sind zugelassen:
E 142 (Brillantsäuregrün, ein Natriumsalz), E 131 (Patentblau V, ein Calciumsalz) sowie "alle Stoffe, die in gemeinschaftlichen Vorschriften zur Färbung von Lebensmitteln zugelassen sind, außer Canthaxanthin (...)" Anmerkung: Canthaxanthin (E 161g) ist ein Farbstoff, der an Geflügel, Lachse und Forellen verfüttert werden darf und so in die Nahrungsmittel allgemein gelangt. Lachs wird durch ihn schön rosa und Eidotter gelber. Wird im Körper von Mensch und Katze abgelagert.
Zu den Lebensmittelfarbstoffen, die auch in Katzenfutter verwendet werden, gehört E 172 (Eisenoxid für gelbe, rote, schwarze Färbungen, u.a. für Oliven und Süßwaren).

2. Konservierungsstoffe

Konservierungsstoffe sind eine Gruppe von Substanzen, die zum Schutz von Nahrungsmitteln eingesetzt werden, um jegliches Wachstum von Mikroorganismen wie Pilzen (Schimmel), Bakterien und Milben zu verhindern. Diese Stoffe sind also sowohl von ihrer chemischen Natur als auch von ihrem Wirkspektrum her ganz klar von Antioxidantien zu unterscheiden.

Als Konservierungsstoffe sind zugelassen:
E 295, E 284, E 296, E 263, E 333, E 238, E 327, E 282, E 203, E 330 (Zitronensäure), E 260, E 297, E 214, E 215, E 218, E 219, E 216, E 217, E 261, E 332, E 326, E 283, E 202, E 270, E 331, E 262, E 237, E 222, E 223, E 337, E 325, E 250, E 281, E 201, E 335, E 338, E 280, E 507, E 513, E 200, E 334

Als Säureregulatoren sind zugelassen:
503, 510, 503, E 170, E 341, E 526, 529, E 341, 540, E 340, 296, 500, E 450(a), E 339, E 340, 501, E 525, E 339, 500, 524, E 350, 500, E 450(b), E 507, E 513, E 340, E 339

Als Spurenelemente sind zugelassen:
E2 (Jod), E 7 (Molybdän), E 8 (Selen)

Was sagen uns nun diese langen Listen? Natürlich wird nicht alles Zulässige tatsächlich in Katzenfutter zu finden sein. Aber die Auflistung macht hoffentlich deutlich, dass es mit dem kurzen Verpackungshinweis "mit EG-Zusatzstoffen" nicht getan sein kann.

Nicht in jedem Fall verbirgt sich hinter einer E-Nummer eine "böse" Chemikalie, wie die Vitamine C und E unter den Antioxidantien beispielhaft zeigen. Die Hersteller führen diese nicht mit Kürzel, sondern namentlich auf - klar, Vitamine haben ja auch einen guten Ruf! Dass man dies von anderen E-Zusätzen nicht sagen kann, hat auch mit der Verschleierungstaktik der Hersteller zu tun.

Es kann nur im Interesse sowohl der Verbraucher als auch der seriösen Futterindustrie liegen, detailliertere Zutatenlisten vorzulegen. Nichts wäre für die Hersteller einfacher, als diese Daten freiwillig von sich aus zu liefern. Auf einigen hochwertigen Futtersorten werden bereits recht offene Angaben gemacht.

Quelle: Internet - Katzenfutter FAQ